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Über La Dolce Vita

Ostseezeitung 30.06.2026 von Tobias Holtz

„La Dolce Vita“ in Neubrandenburg: Gastronom setzt auf italienische Küche in Bio-Qualität

Mehmet Rasit Canbulat hat bisher das Restaurant „Ciao Bella“ im Neubrandenburger Marktplatz-Center betrieben. Jetzt möchte der türkische Gastronom aus dem Franchise-Geschäft aussteigen und am selben Standort einen Neustart wagen. Sein Konzept: frische Pizza und Pasta mit biozertifizierten Zutaten.

Neubrandenburg.

Im Erdgeschoss des Neubrandenburger Marktplatz-Centers steht zum 1. Juli eine gastronomische Neueröffnung an. Aus dem italienischen Schnellrestaurant „Ciao Bella“ wird „La Dolce Vita“. „Es wird sich aber nicht nur der Name ändern. Wir setzen auf ein völlig anderes Konzept, das den Bio-Gedanken in den Vordergrund stellt“, erklärt Betreiber Mehmet Rasit Canbulat. Gemeinsam mit seiner Frau Heike habe er sich bewusst dazu entschieden, nicht länger nur Franchisenehmer einer deutschlandweit vertretenen Kette zu sein. „Wir waren bislang immer an bestimmte Vorgaben bei der Zubereitung gebunden. Das ist aber keine Option mehr für uns“, sagt der Gastronom, der in einem kleinen Dorf namens Karabag im tiefsten Osten Anatoliens geboren wurde.

Mehmet Rasit Canbulat präsentiert eine einer speziellen Königs-Pizzen mit zwei verschiedenen Belägen.

Quelle: TOBIAS HOLTZ

Bis auf den Namen und die Speisenkarte wird sich an dem Restaurant-Standort im Marktplatz-Center nichts verändern.

Quelle: TOBIAS HOLTZ

Gastronomiebetrieb hat Bio-Siegel erhalten

Im „La Dolce Vita“ sollen künftig überwiegend biozertifzierte Produkte verwendet werden. Vom ökologischen Anbauverband „Bioland“ wurde ihnen bereits jetzt das Bio-Siegel in Silber verliehen. Dieser Status zeichnet Gastronomiebetriebe aus, die einen Bio-Anteil von bis zu 90 Prozent erreicht haben.

So kommt das Fleisch, das als Hackmasse in der Lasagne verarbeitet wird oder in Streifenform auf den Pizzen landet, vom Auerochsen aus Weidehaltung. Die Tiere leben das ganze Jahr über draußen in Herden am Rande des Nationalparks Unteres Odertal und ernähren sich allein von dem, was auf den Flächen wächst.

„Sie werden stressfrei ohne Tiertransporte direkt auf der Weide erlegt und dann in einem kleinen familiären Schlachtbetrieb weiterverarbeitet“, erklärt Heike Canbulat. Vakuumverpackt kommt das Fleisch in Neubrandenburg an. „Es ist vom Preis her zwar teurer als Fleisch, das aus der Massentierhaltung stammt, schmeckt aber deutlich besser“, weiß Mehmet Rasit Canbulat.

Glutenfreie Lasagne ist bei den Gästen besonders gefragt

Für den Pizzateig setzt der Gastronom auf spezielles Mehl aus der Spielberger Mühle. Um die hohe Qualität zu erreichen, wird das Getreide nach der Reinigung einem mehrstufigen Prozess unterzogen, in dem es wiederholt vermahlen und gesichtet wird.

„Es lässt sich sehr gut verarbeiten und hat auch einen deutlich geringeren Glutenanteil als herkömmliches Mehl“, sagt Heike Canbulat. Der Teig habe auch eine längere Gehzeit, weil deutlich weniger Hefe verwendet wird. Generell würden die Pizzen dadurch bekömmlicher und nicht so schwer im Magen liegen.

Komplett glutenfrei ist die Pasta aus Kichererbsen. Bei den Gästen schon jetzt besonders beliebt ist die ebenfalls glutenfreie Lasagne, für die Nudelplatten aus grünen Linsen verwendet werden. „Die hat einen hohen Proteingehalt und schmeckt nicht viel anders als mit klassischen Lasagneplatten“, meint Mehmet Rasit Canbulat.

13 verschiedene Pizzen stehen zur Auswahl

Ob Pesto, Tomaten- oder Sahnesauce, beim Gastronom kommt nichts davon aus dem Tetrapack, sondern wird frisch zubereitet. Nach eigenen Angaben verzichtet er komplett auf Konservierungsstoffe und Fertigprodukte. „Das ist mein persönlicher Anspruch. Ich bin von meinen Produkten überzeugt. Und wenn den Gästen etwas nicht schmecken sollte, können sie ihr Essen tauschen oder bekommen das Geld zurück.“ Da sei in den zurückliegenden zwei Jahren allerdings nur zweimal vorgekommen.

Neben Pastagerichten und Salaten können die Gäste zwischen 13 verschiedenen Pizzen auswählen. Jede hat einen Durchmesser von 32 Zentimetern und kostet je nach Belag zwischen 12,90 und 19,90 Euro.

Neu dabei sind die Königinnen- und Königs-Pizzen bzw. für die Kinder die Prinzessinen- und Prinzen-Pizzen. Die Idee dahinter: Pro Pizzahälfte gibt es einen anderen Belag. „Eigentlich bin ich erst durch ein Mädchen darauf gekommen“, erzählt der 45-Jährige und lacht.

Sind ein eingespieltes Team: Mehmet Rasit Canbulat und seine Frau Heike.

Quelle: TOBIAS HOLTZ

Einzige biozertifizierte Pizzeria in der Seenplatte

Die Kleine konnte sich nicht entscheiden. „Da habe ich einfach aus zwei Pizzen eine für sie gemacht. Ihre Mutter hat anschließend eine 5-Sterne-Google-Bewertung hinterlassen und geschrieben, dass sich ihre Tochter wie eine echte Prinzessin gefühlt hat. So kam das zustande.“

Das Gastronomen-Paar hofft, dass sein neues Konzept bei den Neubrandenburgern ankommen wird. Immerhin ist das „La Dolce Vita“ derzeit die einzige biozertifizierte Pizzeria in der Mecklenburgischen Seenplatte.

Mehmet Rasit Canbulat ist aber trotzdem der „Alte“ geblieben und begrüßt jeden Gast, der an einem seiner Tische Platz nimmt, wie gewohnt mit einem Lächeln. „Es gibt schon so viele Probleme auf der Welt, da sollte man wenigstens versuchen, immer positiv zu denken.“